Foto: Wolfgang Aures aus Schwandorf

Die Verbindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern stärken, das ist Manuela und Thomas Pronath ein großes Anliegen. Sie haben einen der wichtigsten Berufe der Welt, vielleicht sogar den Wichtigsten. Die Landwirtschaft ist einer der ältesten Wirtschaftsbereiche. Das Hauptziel sollte die Herstellung von hochwertigen, pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen sein, damit wir am Ende des Tages alle gesund satt werden. Die Effizienzsteigerungen der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten sind enorm. Heute kann ein Landwirt 134 Menschen ernähren – fast doppelt so viele wie noch 1990. Seit 1960 hat sich diese Zahl sogar beinahe verachtfacht. Die Landwirte machen kontinuierlich einen Spagat zwischen den Anforderungen der Politik, Umwelt, Gesellschaft und dem Markt.

Auf dem Milchviehbetrieb von Manuela und Thomas ist viel los: 3 Generationen helfen dort tagtäglich mit. Vom 86- jährigen Opa, der 76-jährigen Oma, bishin zu den beiden Buben, die inzwischen 12 und 16 Jahre alt sind. „Auf einem Bauernhof gibt es immer etwas zu tun“, sagt Manuela Pronath, die gebürtig ebenfalls aus einem Milchviehbetrieb in Fensterbach/Wohlfest stammt. Aus zwei kleinen Betrieben wurde 2007 ein großer und seitdem melkt Manuela, zusammen mit ihrem 58-jährigen Vater, morgens und abends die über 100 Milchkühe aus eigener Aufzucht.

Ehemann Thomas Pronath kümmert sich währenddessen um die Fütterung der Tiere und um die in 2015 erbaute 75kw Biogasanlage. Durch den niedrigen Milchpreis brauchte der Betrieb ein zweites Standbein. „Jetzt wird aus dem Kuhmist auch Strom und Wärme produziert. Wir können damit nicht nur unseren eigenen Betrieb mit Strom und Wärme versorgen, wir speisen auch Energie ein“, erzählt der Betriebsleiter. Das entpricht im Jahr ungefähr dem Bedarf unserer Nachbarortschaft Knölling mit über 800 Einwohnern. Das Maislabyrinth soll ein Statment setzen. Die Landwirtschaft verbindet längst Tradition mit Moderne. „Wir haben mit der Smart Farming Technologie eine Freizeitattraktion für Jung und Alt geschaffen. Neben dem Maislabyrinth muss der Betrieb aber natürlich trotzdem täglich rund laufen. Das erklärt auch, warum wir nicht ständig vor Ort sein können. An der Kasse Rosi oder auch per Paypal können die Besucher selbstständig bezahlen. Über die verschiedensten Medien werden die Verbraucher über den Maisanbau und auch die Milcherzeugung informiert.“

Kasse Rosi

„Wir tragen Gummistiefel nicht nur dann, wenn sie gerade modern sind“, sagt Manuela Pronath. „Vor Dreck und Staub darf man sich am Bauernhof nicht scheuen. Wir wünschen uns etwas mehr Respekt gegenüber unserer Arbeit. Wir arbeiten oft von früh morgens bis spät in die Nacht. Wenn an heißen Sommertagen die Ernte eingebracht werden muss, würden wir uns auch manchmal lieber zum Grillen abends auf die Terasse setzen. Nur wenn das Korn zum Beispiel reif ist, muss es geerntet werden. Andernfalls liegt ganz bald kein Nackensteak mehr mit Folienkartoffeln und frischem Baguette auf dem Grill.“

Der Irrgarten im Maislabyrinth symbolisert den Weg zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Egal von welcher Seite man das Labyrinth bestreitet, es ist keine leichte Aufgabe da den Durchblick zu behalten. Die Kuh symbolisiert den Milchviehbetrieb der Familie Pronath. Die beiden Blumen und der Schmetterling sind ein Zeichen dafür, dass die Landwirtschaft schon immer etwas für die Artenvielfalt macht. „Leider sehen wir bei den Blühstreifen am Maislabyrinth immer wieder Besucher Blumen zupfen“, berichtet Manuela Pronath. Auch der Mais und vor allem die Maiskolben werden von manchen Besucher im Labyrinth einfach abgezupft. Es wurden einige Aufklärungsschilder aufgestellt. Die Besucher sind hier dringend zu mehr Rücksichtnahme aufgefordert. Der Mais wird speziell für die Tiere angebaut und muss das ganze Jahr über als Grundfutter reichen.

Hinweisschild am Blühstreifen vor dem Maislabyrinth

Nur wenn mehr Transparenz und Rücksicht zwischen Verbrauchern und Erzeugern geschaffen wird, ist ein besseres Miteinander möglich. Familie Pronath freut sich, dass ihr Labyrinth gut angenommen wird und die Besucher neben einem Familienausflug und Bewegung an der frischen Luft auch einen Einblick in die Landwirtschaft von heute bekommen.